Passt denn da auch ein Kasten Bier rein?

Neulich in Bonn Bad Godesberg. Es ist Tag des offenen Autos (Godesberger Automarkt), die Autohändler der Umgebung präsentieren sich und die neuesten Modelle. Mit dabei ist der Renault TWIZY. Ein Mini Elektromobil was mal so ganz anders ist. Vor allem ist es klein und hat nur einen kleinen Kofferraum (eher eine hintere Ablagemöglichkeit). Die erste Bemerkung einiger Besucher „da passt ja nicht mal eine Kiste Bier rein“.

Nicht alle davon trinken überhaupt Bier, manche haben schon seit Jahren keinen „Kasten“ mehr gekauft. Aber der muss reinpassen. Und so stellt man sich die Frage: Müssen innovative Produkte wie ein neues Auto so angepasst werden, damit der scheinbar alternativlose Kasten Bier rein passt? Garantiert würde jeder Autohersteller ein Produkt lieber um 1-2cm anpassen, damit eben genau der Kasten Bier rein passt, auch wenn dieses eher quadratische Format bei allem anderen zu transportierenden Dingen (z.B. Sporttasche) nicht hilft.

Bei vielen neuen Produkten hörte man immer zuerst diese Dinge: Beim Smartphone „fehlte“ die Tastatur, beim Tablet „fehlte“ das DVD Laufwerk und bei Windows 8 der Startbutton. Als wäre die Tastatur, das DVD Laufwerk oder ein Startbutton das, was man benötigt um zu telefonieren, Filme zu schauen oder ein Betriebssystem zu bedienen. Und ich bin sicher, dass nicht nur die Autoindustrie und die PC Industrie das Problem hat, sondern auch alle anderen Hersteller neuer Produkte: Die Menschen wollen ein Problem lösen, selbst wenn es das Problem eigentlich gar nicht mehr gibt.

Es geht aber noch verrückter: Da gab es mal eine Bank in Frankfurt, da wurde eine moderne geräuschlose Klimaanlage eingebaut. Die Mitarbeiter hatten sich aber so an das Summen der Klimaanlage gewöhnt, dass Ihnen das nun fehlte. Also wurde ein Lausprechersystem nachgerüstet, was das bekannte Surren nachahmte und die Mitarbeiter waren wieder glücklich….