Die Apotheken schaffen sich selbst ab

Über den Sinn und Zweck von Apotheken und den „Apothekenpreisen“ wurde schon viel diskutiert. Gibt es noch die sinnvolle Beratung oder wird auch in der Apotheke lieber ein margenträchtiges Produkt mit zweifelhafter Wirkung verkauft? Ich traue den Apothekern noch, Beschränke meine Fragen und Einkäufe jedoch auch auf die von Arzt verschriebenen Produkte. Doch wie sieht die Zukunft aus? Wie sehen das die jungen Leute, die nicht jahrzehntelang Erfahrung mit Beratung bei der Apotheke Ihres Vertrauens haben?

Doc Morris kennt heute jeder. Als reine Versandapotheke gestartet, unterhält DocMorris aus rechtlichen Gründen ein Apothekennetzwerk (Franchise) um den Lieferdienst abzusichern. Und die gute alte Apotheke vor Ort? Die macht jetzt auch mit. Zum Einen wird schon heute von den Apotheken die Medizin nach Hause gebracht, die gerade nicht vorrätig ist. Und mit Dedendo.de schaufelt man sich nun das eigene Grab.

Das Startup-Unternehmen aus Wiesbaden wurde von vivesco gegründet. Einem Apothekenverbund mit 1.100 Apotheken. So will man sich ein Stück vom Kuchen sichern und zukünftig die Leute beliefern, die sich Ihre Medizin lieber nach Hause bringen lassen. Damit wird der Anteil der Menschen die eine „echte“ Apotheke betreten wieder deutlich geringer. Aber wenn man eh keine Apotheke mehr betritt, warum dann noch einen Laden? Da kann man doch gleich ein Lager, Call-Center mit Beratung und Lieferdienst betreiben.

Und wenn wir schonmal dabei sind: Der Arzt fummelt heute aus seinem „Computer“ das passende Medikament für seinen Kunden und druckt es auf ein Stück Papier. Da kann er doch gleich „online“ per Knopfdruck das Medikament bei einem der elektronischen Apotheken buchen und direkt an den Kunden liefern lassen. Das ginge sogar mit einem Tablet. Wetten?